Seit 1861 am selben Platz
Der Falkenhof war zuerst ein Fuhrmannshof an der Straße nach Landshut. Wer mit Fässern vom Main nach München zog, machte hier Halt — und weil die Wirtsleute den Fuhrleuten lieber Wein ausschenkten als Bier, blieb das so, obwohl ringsum jeder Ort seine eigene Brauerei hatte. Aus dem Stall wurde 1954 die Gaststube, aus der Tenne 1987 das Jägerstüberl. Der Kachelofen in der Stube ist noch der von damals und wird von November bis März jeden Nachmittag um vier eingeheizt.
Geführt wird das Haus in der vierten Generation von Theresa Falkner, im Service und am Weinregal, und ihrem Mann Marek Wozniak in der Küche. Sie haben 2019 übernommen, das Dach neu gedeckt, die Speisekarte auf ein Drittel gekürzt und keine einzige Wand versetzt.
Wie hier gekocht wird
Kurze Karte, langes Schmoren. Wir kochen fränkisch, weil der Wein von dort kommt, und bayerisch, weil wir hier stehen. Nichts wird vorportioniert geliefert, nichts kommt aus der Tüte: Brühe, Knödel, Spätzle, Sauerkraut, Sülze und die Eisbasis machen wir im Haus. Das kostet Zeit, deshalb steht abends weniger auf der Karte als in vielen Wirtshäusern — und deshalb wechselt die Tageskarte auch tatsächlich täglich, nicht wöchentlich.
Was wir nicht können, sagen wir. Keine vegane Vollkarte, sondern zwei Gerichte, die ernst gemeint sind. Keine Halbe Ente ohne Vorbestellung, weil sie zwei Stunden braucht. Kein Espresso to go.
Woher die Sachen kommen
- Fleisch: Wollschwein und Simmentaler Rind von zwei Höfen im Umkreis von zwölf Kilometern, zerlegt von der Metzgerei im Nachbarort.
- Wild: aus dem Revier hinter dem Haus, angeliefert vom Jäger, der im Winter meist selbst an der Theke sitzt.
- Fisch: Forelle und Karpfen vom Teichwirt in Aufhausen, Saibling aus dem Erdinger Moos. Im Sommer weniger, weil das Wasser zu warm wird — dann steht Fisch eben nicht auf der Karte.
- Gemüse und Obst: Gärtnerei in Notzing, dazu die eigene Streuobstwiese mit acht Zwetschgen- und drei Apfelbäumen.
- Käse und Brot: Bauernmarkt Erding am Freitag, Bäckerei im Ort täglich.
Der Keller
Unter der Stube liegt ein Tonnengewölbe von 1861, zwölf Grad das ganze Jahr, ohne Technik. Dort lagern 140 Positionen, gut zweitausend Flaschen, fast alles aus Franken. Welche Lagen immer im Regal stehen, von welchen Winzern wir kaufen und wie die Kellerprobe abläuft, steht ausführlich unter Der Weinkeller im Detail.